Bei vielen Menschen lösen die täglichen Schlagzeiten zu Klimawandel und Umweltzerstörung den Wunsch aus, etwas zu tun, endlich zu handeln, etwas zu bewegen. Mir geht es auch nicht anders.

Möglicherweise ist aber die beste Strategie im Angesicht dieser globalen Probleme das Nicht-Handeln. Das Nicht-Handeln (Wu Wei ) wird definiert als „Enthaltung von einem gegen die Natur gerichteten Handeln“.

Bezüglich der Probleme, die ein inflationärer Konsum von Fleisch mit sich bringt, ist das Nicht-Essen von Fleisch eine effiziente Lösung, Massentierhaltung und deren ökologischen Konsequenzen zu reduzieren.

Auch bezüglich der negativen CO2 Bilanz der Modeindustrie ist es sinnvoll, weniger Kleidung zu kaufen, die entweder nachhaltig und auf eine längere Beständigkeit hin produziert wurde oder gleich auf Second-Hand-Ware zurückzugreifen.

Bei der individuellen Mobilität wird wahrscheinlich auch das Elektroauto keine wirkliche Lösung bringen. Neben den seltenen Erden, deren Abbau zu großen ökologischen Problem führt, wird auch der Energiebedarf sehr hoch sein, wenn jeder Autofahrer sein Auto statt mit Benzin oder Diesel mit Strom betreibt. Von dem Ressourcen- und Energieverbrauch bei der Produktion der Autos sei hier gar nicht die Rede. Auch hier führt am ehesten das Nicht-Fahren und das Nicht-Besitzen eines Autos zu einer Entspannung der Lage.

Es müssen nicht alle Räume in der Wohnung im Winter geheizt werden. So würde das Nicht-Heizen oder Weniger-Heizen letztlich mehr Energie sparen als eine noch so gute Hausdämmung.

Das Nicht-Fliegen würde zu einer Senkung der CO2 Emissionen führen.

Das Nicht-Surfen im Internet würde zu verringertem Stromverbrauch bei dem Betrieb der Serverfarmen führen.

Egal, ob es sich um den Besitz eines Hauses, eines Autos oder um die ständige Verfügbarkeit so ziemlich aller Arten von Nahrungsmitteln zu jeder Jahreszeit handelt: In vielen Bereichen des täglichen Lebens würde ein Weniger- oder Nicht-Handeln zu einer deutlichen Verbesserung der ökologischen Probleme unserer Zeit führen.