Hier ein kleiner Text von Wolfgang Metzger, der sehr gut beschreibt, welche innere Haltung man gegenüber den „inneren“ Dingen und Phänomenen gegenüber einnehmen kann.

Das Vorgefundene zunächst einfach hinnehmen, wie es ist; auch wenn es ungewohnt, unerwartet, unlogisch, widersinnig erscheint und unbezweifelten oder unvertrauten Gedankengängen widerspricht. Die Dinge selbst sprechen lassen, ohne Seitenblicke auf Bekanntes, früher Gelerntes, Selbstverständliches, auf inhaltliches Wissen, Forderungen der Logik, Voreingenommenheit des Sprachgebrauchs und Lücken des Wortschatzes. Der Sache mit Ehrfurcht und Liebe gegenübertreten, Zweifel und Misstrauen aber gegebenenfalls zunächst vor allem gegen die Voraussetzungen und Begriffe richten, mit denen man das Gegebene bis dahin zu fassen suchte.

Aus Metzger, Wolfgang, 1972, Psychologie. Die Entwicklung ihrer Grundannahmen seit der Einführung des Experiments, S. 12